EINE REISE AUF DIE GRÜNE INSEL

Simon Bellett sorgte für ganz besondere Atmosphäre


FRELSDORFERMÜHLEN. Es war ein denkwürdiger, ein mitreißender Abend. Schon die Anfahrt durch den tiefsten dunklen, mittelalterlichen Forst war einmalig. “Wer nicht direkt hierher kommen will, findet auch nicht hierher”, so die Familie von der Ohe, die auf ihrem landwirtschaftlichen Gut höchst erfolgreich ein Hofcafé betreibt.

Die gute Stube und auch das benachbarte Gartenzimmer waren bis auf dem letzten Platz besetzt. Irische Folk vom Feinsten spielte Vollblutmusiker Simon Bellett in locker-leichter Wohlfühl-Atmosphäre. Der gebürtige Engländer, der nach eigener Aussage nie einen Fuß auf Irland gesetzt hatte, verstand es dennoch von der ersten Sekunde an, seine Besucher mit auf einer überzeugende Reise auf die grüne Insel zu nehmen.

Der Multiinstrumentalist, für den die Musik alles ist, da er aufgrund einer unheilbaren Augenkrankheit fast erblindet ist, versprühte eine unglaubliche Spiel- und Lebensfreude. Mitgebracht hatte er seine Akkordeon, das zum Tanzen einlud, ein Cajon und eine typisch irische Flöte, die Tinwhistle. Nicht zu vergessen seine warme Stimme, in der je nach Stimmung die irische Mentalität, ob nun fröhlich und ausgelassen und auch tief traurig, zum Ausdruck kam.

Es bedurfte nur wenige Lieder um Liebe, Hoffnung und Heimatland, die zum Träumen und Verweilen einluden. Klatschkonzerte setzten ein, die den Entertainer immer schneller in die Tasten hauen ließ. Manche Besucher saßen tief versunken mit geschlossenen Augen da, andere summten ganze Textpassagen mit. Es war eine ganz besondere Stimmung, die dennoch fröhlich und heiter war. Humorvoll stellte der Stimmungsmacher, der heute in Sellstedt beheimatet ist, die Lieder und deren Inhalte vor. Dabei kamen geschichtsträchtige Balladen, trinkfreudige Zechgelage, Seemannslieder, Träume von einem besseren Leben wie “Molly Malone” zu Gehör.

Whiskey, Guinness vom Fass und kleine Snacks auf alten Schieferschindeln serviert, unterstrichen die herrliche Atmosphäre eines irischen Pubs. Eine Besucherin aus Donnern, Nahe Bremerhaven, komme regelmäßig zu Besuch. Ihr gefalle die urige Atmosphäre, die einen Hauch von Großmutters Zeiten ausstrahle.

Geöffnet ist das Gutshofcafé in den Sommermonaten immer an den Wochenenden von 14 bis 18 Uhr. Apfelfest, Adventsausstellung und kulturelle Veranstaltungen, wie der irische Abend, sind in der Regel schnellstens ausgebucht. Für Simon Bellett war es bereits die vierte Versanstaltung vor ausverkauftem Haus.


Quelle: Bremervörder Anzeiger Januar 2011