KNIFFLIGEN FRAGEN ZU BELIEBTEN KLÄNGEN

Simon Belletts Musikquiz lässt im Kulturhof die Köpfe rauchen - Zuhörer müssen um die Ecke denken


BEVERSTEDT. Einen Abend lang einfach nur Lieder vorzutragen war Simon Belletts Sache noch nie. Der sehr kommunikative Stil, der die Konzerte des Engländers prägt, findet in seiner neuesten Programmidee, einem Musikquiz, seine logische Fortsetzung. Am Freitagabend feierte das Musikquiz im ausverkauften Kulturhof Heyerhöfen erfolgreich Premiere.


In Großbritannien hat das Pub-Quiz eine lange Tradition und auch in deutschen Kneipen werden Quiz-Abende seit einigen Jahren immer beliebter. Und auch wenn heutzutage jeder ein Smartphone hat: Geschummelt wird nicht, das ist Ehrensache. Zumal sich die Teilnehmer dann selbst um einen Großteil des musikalischen Genusses gebracht hätten. „Sie können die Antworten auch reinrufen“, schlug Bellett scherzhaft vor. „Aber dann weiß sie jeder.“ Die Fragen deckten das ganze Spektrum von „kinderleicht“ bis „woher zum Teufel soll ich das denn wissen?“ Reichte es am Anfang noch, eine Ukulele wiederzuerkennen, so erforderte die Frage nach dem klassischen Vorbild zu Procol Harums „A Whiter Shade of Pale“ (eine Orchestersuite von Johann Sebastian Bach) oder dem Erkennen eines 5/4-Taktes schon genauere Kenntnisse. „Es sollte ja auch nicht zu leicht sein“, erklärte Simon Bellett die Zusammenstellung der Fragen. „Deshalb muss man manchmal auch um die Ecke denken.“


Andere Fragen wiederum hatten einen so persönlichen Hintergrund, dass die Zuschauer die Antwort nicht kennen konnten und raten mussten - etwa, welches Stück am häufigsten gewünscht wird, wenn Bellett im Hotel Klavier spielt oder warum er dort für ein anderes Stück zwei Mal besonders viel Trinkgeld bekam. Mit der Frage nach dem Komponisten eines Liedes führte er das Publikum bewusst in die Irre (er hat es selbst geschrieben), und freute sich dafür umso mehr über die Antworten. „Sie haben mich mit Elton John und Andrew Lloyd Webber verglichen“, so Bellett schmunzelnd. „Ich fühle mich sehr geehrt.“


Erstaunlich sicher zeigte sich das Publikum hingegen beim Erkennen von Musikstücken anhand mikroskopisch kurzer Ausschnitte wie etwa ganzer Zwei Noten aus dem „Pink Panther Theme“. Schließlich durften sich aber drei Rateteams und ein Einzelstarter über Gutscheine für den Kulturhof und Freikarten für eines der kommenden Simon-Bellett-Konzerte in der Region freuen. (jsc)


Quelle: Nordseezeitung, Januar 2016.