„DU SINGST UNS CORONA WEG!“

Simon Bellett spielt auf dem Wochenmarkt



BREMERHAVEN. Was darf‘s sein? Die „Tulpen aus Amsterdam“? Oder der Himmel von Paris oder eine Irische Liebesballade? Eine beschwingte Weise nach der anderen hallt über den blütenübersäten Platz - und fast fühlt es sich wie ein normaler, sonniger Frühlingsmarktmorgen an. Fast. „Klasse, du singst uns Corona weg!“ Ein eiliger Passant ruft es dem Mann mit Pudelmütze und Akkordeon zu und lässt eine Münze in dessen Hut am Boden klirren. Ein paar Umstehende applaudieren, Simon Bellett grinst, verneigt sich, „danke. Danke euch“.


An diesem und allen folgenden Geestemünder Wochenmarkttagen - solange erlaubt - spielt der Britische Vollblutmusiker hier auf dem Konrad-Adenauer-Platz zwischen 9 und 11 Uhr gegen die allgemeine Corona-Verzagtheit an.


„Bei mir ist am Freitag, dem 13., auf einem Schlag der gesamte Terminkalender zusammengebrochen“, erzählt der freischaffende Künstler mit Galgenhumor. „Workshops abgesagt, Konzerte abgesagt, Konfirmationsfeiern abgesagt.“ Momentan seien auch 20, 30 Euro Markt-Hut-Geld richtig viel“. Aber er spiele auch, „um den Menschen Mut zu machen. Das Schlimmste ist diese Ohnmacht, wenn man überhaupt nichts tut, das macht einen kaputt. Man darf sich einfach nicht unterkriegen lassen“.


(unter dem Foto“


Mit beschwingten Melodien aus der ganzen Welt spielt der blinde Vollblutmusikus Simon Bellett auf dem Geestemünder Wochenmarkt gegen Verzagtheit und düstere Gedanken an.



Quelle: Nordseezeitung, März 2020

Foto: Scheer